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Abgeltungssteuer

Spätestens seit dem 1. Januar 2009 ist die Kapitalertragsteuer auch für Kunden von Lebensversicherungen ein Thema. Wenn der Vertrag bestimmte Voraussetzungen erfüllt, ist diese Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent zusammen mit Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer auch hier zu entrichten. Ob eine Kapitalertragsteuer anfällt und wie hoch diese ausfällt, ist individuell für jeden Vertrag zu prüfen. Die Kapitalertragsteuer ist vom System her eine Abgeltungssteuer. Das bedeutet, dass sie nach ihrer Entrichtung als abgegolten gilt. Abgeführt wird der fällige Betrag direkt vom Versicherungsunternehmen. In de Folge wird dem Versicherungsnehmer die bereits um die Kapitalertragsteuer geminderte Versicherungsleistung ausgezahlt. Auf den Kapitalertragsteuersatz werden zudem zusätzlich noch Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer erhoben. Maßgeblich für die Höhe der Besteuerung per Kapitalertragsteuer ist der Kapitalertrag. Dabei handelt es sich um die Differenz zwischen der Summe der eingezahlten Beiträge und der Versicherungsleistung. Genau genommen werden also die vom Versicherer gezahlten Zinsen und Überschussbeteiligungen besteuert. Wann fällt Kapitalertragsteuer an? Grundsätzlich gilt, dass ältere Verträge, die vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurden, von der Kapitalertragsteuer befreit sind. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Vertrag zum Zeitpunkt der Auszahlung mindestens zwölf Jahre gelaufen ist und mindestens fünf Jahre Beiträge eingezahlt wurden. Erfüllt ein Vertrag diese Voraussetzungen nicht, muss auch hier Kapitalertragsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer berücksichtigt werden. Ist ein Vertrag, der nach dem 31. Dezember 2004 abgeschlossen wurde, mindestens 12 Jahre gelaufen und der Versicherte zum Zeitpunkt der Auszahlung...

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Ablaufleistung

Ablaufleistung ist der Betrag, der bei Ablauf der Renten- oder kapitalbildenden Lebensversicherung ausgezahlt wird. Der genaue Auszahlungsbetrag setzt sich aus einem garantierten und einem nicht garantierten Anteil zusammen. Garantierte Ablaufleistung Garantiert ist die vertraglich geregelte Versicherungssumme. Die Höhe dieser Summe berechnet sich auf der Grundlage der Sparbeiträge sowie der zum Zeitpunkt des Versicherungsabschlusses geltenden Mindestverzinsung, auch Garantiezins genannt. Der Sparanteil ergibt sich aus den monatlich eingezahlten Beiträgen abzüglich der Kosten für gegebenenfalls versicherte Risiken sowie Vertriebs- und Verwaltungskosten. Nicht garantierte Ablaufleistung Nicht garantiert sind die Gewinnanteile. Sie bestehen aus der Überschussbeteiligung und den Schlussgewinnanteilen sowie der Beteiligung an den Bewertungsreserven. Überschussanteile ergeben sich aus dem Erfolg der Investitionen des Versicherungsunternehmens. Außerdem kommen konstruktionsbedingte Gewinne (Sterblichkeits-, Risiko- und Kostengewinn) hinzu. Die Überschussbeteiligung wird einmal jährlich nach einem verursacherorientierten Verfahren ermittelt und den Versicherungen zugeführt. Dabei werden die Vorgaben des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) berücksichtigt. Die Bewertungsreserven bzw. stillen Reserven ergeben sich aus der Differenz des in der Bilanz des Versicherers aufgeführten Buchwert der Kapitalanlagen und deren aktuellem Marktwert. Er liegt meist niedriger als der Zeitwert (aktueller Wert). Alternativen zur niedrigen Überschussbeteiligung Bei Abschluss einer Lebens- oder Rentenversicherung ist die Ablaufleistung ein wichtiges Kriterium. Sie wird jedoch maßgeblich durch die wirtschaftliche Entwicklung, zum Beispiel von Wertpapierkursen, Börsenkursen oder der Rohstoffpreisentwicklung, beeinflusst. Bei Abschluss prognostizierte Überschussbeteiligungen und somit auch Ablaufleistungen fallen aktuell bei Ende des Vertrags meist niedriger aus. Stellt sich nun gegen Vertragsende...

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Abstrakte Verweisung

Die abstrakte Verweisung ist eine Klausel, die bei Berufsunfähigkeitsversicherungen vorkommt. Ist sie Teil eines Vertrages, kann von einem Versicherten, der berufsunfähig geworden ist, verlangt werden, dass er einen anderen als den erlernten Beruf ausübt. Durch diese Klausel ist das Versicherungsunternehmen auch nicht dazu verpflichtet, eine BU-Rente auszuzahlen. Es ist offensichtlich, dass die abstrakte Verweisung als durchweg negativ betrachtet wird, weswegen bereits viele Versicherer darauf verzichten und dies auch in der Werbung für ihre Produkte zum Ausdruck bringen (Verzicht auf abstrakte Verweisung). Wie funktioniert eine abstrakte Verweisung? Eine abstrakte Verweisbarkeit wird vom Gesetzgeber immer dann als solche anerkannt, wenn der neue Beruf, auf den in Folge der Klausel verwiesen wird, der bisherigen Lebensstellung entspricht. Demnach kann also ein Chirurg nicht einfach zum einfachen Nachtwächter herabgestuft werden. Diese Voraussetzung gilt auch dann noch als erfüllt, wenn der Arbeitnehmer im neuen Beruf bis zu 20 % weniger verdient als in seinem bisherigen. Zu beachten ist auch, dass das Risiko, einen neuen Arbeitsplatz zu finden, voll und ganz beim Versicherten liegt. Der Versicherer hat grundsätzlich das Recht, dem Versicherten die Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung zu verweigern, wenn eine neue Stelle, die über die abstrakte Verweisbarkeit möglich wäre, vom Versicherten abgelehnt wird. Liegt die Bezahlung im neuen Beruf aber mindestens 20 % unter dem Lohn bzw. Gehalt des alten Berufs, so darf der Versicherte die Stelle ablehnen, ohne auf die Leistungen verzichten zu müssen....

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Abtretung

Bei der Zession handelt es sich um die Änderung eines Schuldverhältnisses. Diese Änderung ist personeller Art, da es hierbei um einen Wechsel des Gläubigers geht. Die mit dem Schuldverhältnis verbundene Forderung wird demnach auf einen neuen Gläubiger übertragen. Dieser Vorgang wird auch als Forderungs- oder Sicherungsabtretung bezeichnet. Unterschieden werden, je nach Art der Durchführung, Mantel- und Globalzession. Für die Abtretung bestehen im Hinblick auf den Vertrag zwischen Zedent und Zessionar keinerlei Formvorschriften. Ablauf eines Zessionsverfahrens Ein Schuldner (Versicherungsnehmer), in diesem Falle Zedent genannt, hat seinerseits Forderungen (Versicherungsleistung) gegenüber einem Drittschuldner (Versicherer). Er möchte diese nun zur Besicherung seiner eigenen Schuld (z.B. Baudarlehen) an seinen Gläubiger (Zessionar; z.B. Bank) abtreten. Dadurch wird der Zessionar zum neuen Gläubiger des Drittschuldners. Wenn der Zedent seinen Schuldner über den Gläubigerwechsel in Kenntnis setzt, spricht man von einer offenen Zession. Unterbleibt die Inkenntnissetzung, so ist es eine geschlossene Zession, die auch als stille Abtretung bezeichnet wird. Es bedarf keines Einverständnisses von Seiten des Drittschuldners, auch wirkt dieser nicht am Vorgang der Abtretung mit. Von Bedeutung ist jedoch seine Bonität, denn der Zessionar benötigt einen Anhaltspunkt darüber, welches Risiko er mit der Annahme der Forderung eingeht. Grundsätzlich gilt, dass jede Forderung abtretbar ist. Eine wichtige Voraussetzung für eine Forderungsabtretung ist jedoch die Quantifizierbarkeit der zugrunde liegenden Forderung. Sie muss also einen eindeutig und einwandfrei festzustellenden Wert haben. Handelt es sich hingegen um eine unpfändbare oder...

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Agio

Der Begriff “Agio” bezeichnet per Definition einen Aufschlag, der vor allem im Zusammenhang mit Wertpapieren und Darlehen Verwendung findet. Häufig wird hierfür auch der Begriff “Aufgeld” verwendet und darf insofern als Aufpreis gesehen werden. Die Angabe des Agios erfolgt in der Regel in Prozent. Das Gegenteil vom Agio ist das Disagio, auch als Abgeld bezeichnet. Aufgeld bei Wertpapieren Im Rahmen des Wertpapierhandels ist das Aufgeld ein Aufpreis, der auf den Nennwert einer Aktie aufgeschlagen wird. Der Ausgabepreis erhöht sich damit. Das bedeutet also, dass Käufer mehr bezahlen, als die Aktie im Moment des Kaufs tatsächlich wert ist. Die zusätzlichen Einnahmen des emittierenden Unternehmens müssen als Kapitalrücklage genutzt werden. Auch Aufgeld, das beim Kauf von Fonds oftmals bezahlt wird, wird als Agio bezeichnet. Damit wird meist der Aufwand vergütet, der einer Bank oder einem Finanzberater u.a. durch Beratung entsteht. Beispiel: Der Nennwert einer Aktie beträgt 1.500 Euro. Sie wird jedoch zum Kurs von 1.600 Euro ausgegeben. Dadurch entsteht ein Aufgeld von 100 Euro, welches 6,7 Prozent entspricht. Agio beim Bausparvertrag Bei Bausparkassen kommt es des Öfteren vor, dass zu Beginn der Darlehensauszahlung ein Aufgeld verlangt wird. Um das Agio zu berechnen, wird ein bestimmter Prozentsatz des Bauspardarlehens angesetzt. Dadurch erhöht sich die Gesamtschuld gegenüber der Bausparkasse. Das Aufgeld wird dabei auch in den effektiven Zinssatz mit einkalkuliert. Dieser Zinssatz gibt Aufschluss über die tatsächlichen Kosten eines Darlehens, da hierin auch...

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