SO LUKRATIV KÖNNEN WIDERRUF  UND RÜCKABWICKLUNG FÜR SIE SEIN

Mit seinem erfolgreichen Widerruf der Versicherungskunde nahezu alle eingezahlten Beiträge zurück. Zusätzlich kann er eine Nutzungsentschädigung verlangen, da der Versicherer das Geld des Kunden genutzt hat. Hierfür können Sie als Kunde in der Regel einen attraktiven Zins erhalten, der in den meisten Fälle höher als die bisher erzielte Rendite Ihrer  Lebensversicherung oder privaten Rentenversicherung ist.

Im Rahmen der rechtlichen Auseinandersetzung müssen Sie als Kunde beweisen, dass die Versicherung tatsächlich das überlassene Geld genutzt hat. Der Bundesgerichtshof ist nämlich nicht der Meinung, dass eine Versicherung keinen Gewinn in Höhe des vorgesehenen gesetzlichen Zinssatzes erzielt (Urteil vom 11.11.15). So kann laut BGH nicht einfach ein Zinssatz in Höhe von 5 Prozent über dem sonst dafür üblichen Basiszins (§288 BGB) angesetzt und verlangt werden.

Keine Nutzungsentschädigung muss die Versicherung zahlen für den Beitrag, der auf den Risikoanteil und die Abschluss- und Verwaltungskosten entfällt, so ebenfalls der Bundesgerichtshof (Urteil 10.02.16, Aktenzeichen: IV ZR 19/15). Nur bei den Verwaltungskosten muss die Versicherung gegebenenfalls eine Nutzungsentschädigung zahlen. Das muss der Versicherungskunde nachweisen, was in der Regel recht schwierig sein dürfte.

Hier hat übrigens das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart Geschäftsberichte studiert und beispielhaft einen Zinssatz von 4,02 Prozent über alle Jahre durchschnittlich unterstellt. So schätzte das Gericht die Nutzungsentschädigung auf 3.500 Euro (23.10.14, Aktenzeichen: 7 U 54/14).